NACHHALTIGKEIT BRAUCHT LEBENSZYKLUS.
LEBENSZYKLUS BRAUCHT PROZESSINNOVATION
inspiriert von erfolgreichen Bauherren

Digitale Systeme und kulturell geprägte Organisation

Frederik Tengg, Geschäftsführer hiQ solutions GmbH, erzählt uns, als neues Mitglied der IG Lebenszyklus Bau, welche Rolle Lebenszyklusorientierung bei Industrie 4.0 Lösungen und Prozessoptimierung im Tiefbau spielt.

 

Was bedeutet Lebenszyklusorientierung für Ihr Unternehmen und welche Erfahrungen möchten Sie gerne miteinbringen?

 

Lebenszyklusorientierung spiegelt sich in unserer Firmenphilosophie wieder. Im Zentrum unseres Denkens stehen die Kunden (Baufirmen) innerhalb ihrer ganz spezifischen Netzwerke von Geschäftsbeziehungen. Wir bieten zuverlässige, effiziente und hochwertige Lösungen auf den Gebieten des Verkehrswegebaus, der Projektplanung, der Versorgung von Baustellen und Produktionsstätten sowie der mobilen Datenerfassung und -verarbeitung. Mit unseren neuen Methoden, Werkzeugen und Dienstleistungen helfen wir, durch konsequente Verschlankung der Prozesse entlang der Wertschöpfungsketten, einen messbaren Mehrwert zu erzielen. Dabei setzen wir auf Wertigkeit, die langfristig Nutzen schafft. Unsere Kunden profitieren durch geringste Eingriffe in die Produktionskreisläufe bei zeitgleicher Erhöhung der Qualität ihrer Leistungen. Hier entsteht der Mehrwert in Hinblick auf den gesamten Lebenszyklus in zweierlei Hinsicht: Einerseits durch effizientere Abläufe mit der Vermeidung von Leerläufen und Stillständen – und somit geringerem Ressourcenverbrauch – andererseits durch höhere Qualität und damit verbundenen längeren Lebenszyklen der Bauwerke. Das funktioniert nur in einem harmonisierten Zusammenspiel digitaler Systeme und kulturell geprägter Organisationen. Diese Ausgewogenheit zu schaffen ist die große Herausforderung für Auftraggeber, Planer, Ausführende und Betreiber. All diese Erfahrungen und Methoden wollen wir einbringen und im Austausch verbessern, erweitern und vertiefen.

 

BIM steht im Tiefbau noch am Anfang. Woran mangelt es aktuell?

 

BIM steht generell mitten in der Entwicklung, da mit BIM (Building Information Modelling) primär die „(Ausführungs-)Planung“ verstanden wird. Auch BIM 5D ist noch sehr planungsseitig fokussiert. Da aber gerade die Themen Betrieb & Lebenszyklus im gesamten relevant sind, gehen neue Ansätze in Richtung von BIM 7D. Unabhängig ob im Hoch- oder Tiefbau, generell ist die aktuelle Herausforderung dies bereits in der Planung zu berücksichtigen – und noch viel mehr IST-Daten der Ausführung in Echtzeit den Plandaten, und das in der GLEICHEN Detailliertheit, gegenüberzustellen. Ziel sind intelligente und selbstlernende Modelle, die daraus „automatische“ Schlüsse ziehen und Maßnahmen ableiten. Gleichzeitig werden so relevante Informationen für den Betrieb und die Wartung der Bauwerke gesammelt und verarbeitet, um permanent abrufbar den gesamten Lebenszyklus zu begleiten. Hier fehlen aber oftmals noch die soweit wie möglich abstrahierten parametrisierten Modelle, die gleichzeitig eine möglichst genaue Abbildung der relevanten „Realitäten“ ermöglichen.

 

Eine Erklärung, warum BIM im Hochbau / Ingenieurbau weiter fortgeschritten ist als im Tiefbau kann sein, dass der Hochbau zum großen Teil privatwirtschaftlich geprägt und finanziert ist. Auftraggeber und Betreiber sind oft ein und dieselbe Institution. Lebenszyklus, Wirtschaftlichkeit etc. hatten hier schon immer einen ausgeprägten Stellenwert. Im Infrastruktur-Tiefbau, der nahezu gänzlich von öffentlicher Hand beauftragt und betrieben wird, war das lange nicht so intensiv. Erst in den letzten Jahren und auch durch PPP-Modelle wurde dieses Thema immer präsenter.

 

Welche Anwendungsgebiete und Anforderungen gibt es im Tiefbau im Gegensatz zum Hoch- undIngenieurbau?

 

Die Anwendungsgebiete sind grundsätzlich die gleichen, Planung und Modellierung (Bauplanung, zeitliche und logische Abläufe, Abhängigkeiten, Visualisierungen, Kosten,…) für Bau und Betrieb. Das was sich unterscheidet sind die Gewerke und die damit verbundenen Modelle, Parameter und Prozesse.

 

www.hiq-solutions.at

zurück

Das könnte Sie auch interessieren...

Mobilität – Vernetzung – Verknappung Mobilität – Vernetzung – Verknappung

Mobilität – Vernetzung – Verknappung

Im Rahmen der 1. Mitglieder- und Interessentenveranstaltung 2019 wurde die inhaltliche Weiterentwicklung der IG Lebenszyklus Bau, welche seit Anfang des Jahres in Umsetzung ist, vorgestellt. Nach der Präsentation bisheriger Erfolge aus dem 1. Halbjahr wurde ein umfangreicher Ausblick auf die 2. Jahreshälfte 2019 gegeben: neben der Initiative „Haustechniker braucht das Land“ bleibt es auch rund um den DBS-Club spannend.
mehr

Umfrage: Nachhaltigkeitsbewertung im Planungsprozess Umfrage: Nachhaltigkeitsbewertung im Planungsprozess

Umfrage: Nachhaltigkeitsbewertung im Planungsprozess

Die Themen Klimawandel und Nachhaltigkeit sind allgegenwärtig und vor allem auch für Planer und Planerinnen von essentieller Bedeutung – zumal ihre Umsetzung im Planungsprozess oft eine Herausforderung ist. Vor diesem Hintergrund laden wir Sie zur Teilnahme an einer Befragung von Planerinnen und Planern zur "Umsetzung der Nachhaltigkeitsbewertung im Planungsprozess".
mehr

Durchdachte Lichtlösungen für mehr Nachhaltigkeit Durchdachte Lichtlösungen für mehr Nachhaltigkeit

Durchdachte Lichtlösungen für mehr Nachhaltigkeit

Wir freuen uns, XAL seit Anfang 2019 als neues Mitglied der IG Lebenszyklus Bau begrüßen zu dürfen. Thomas Hellweg, der die IG Lebenszyklus Bau bereits seit einigen Jahren begleitet und unterstützt, teilt seine Erfahrungen im Rahmen der Arbeitsgruppe "Vernetzung" und beantwortete uns einige Fragen zu Potenzial und Mehrwert von durchdachten Lichtlösungen.
mehr