FAQ für Bauherren

Wie kann ich sicherstellen, dass ich am Ende ein lebenszyklusoptimiertes Gebäude erhalte?

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Beantwortet von:
Mag. Karl Friedl, M.O.O.CON
 

Die Arbeitsgruppen der IG Lebenszyklus Bau stehen allen Mitgliedern der IG Lebenszyklus Bau sowie interessierten Bauherren offen. Um den Arbeitsprozess so effizient wie möglich zu gestalten, bestehen diese jeweils aus einer Kern- und Feedbackgruppe. Um sich für eine Arbeitsgruppe anzumelden, wenden Sie sich bitte an: 

1. IT & Digitalisierung: Was ist JETZT zu tun?

Systeme, Daten, Security & Co

Digitalisierung beherrscht derzeit, als Schlagwort für Zukunftsphantasien und Bedrohungsbilder rund um die Möglichkeiten und Risiken einer sich stetig beschleunigenden Entwicklung unserer Informations- und Kommunikationstechnologie, unser strategisches Denken. Das Thema als Hype abzutun ist ebenso wenig denkbar wie eine plötzliche allumfassende Neuordnung aller Geschäftsmodelle und Prozesse in und zwischen den Teilnehmern unserer Branche zu erwarten ist. Eben ein Thema das im einzelnen (noch) schwer zu greifen ist.

Im Rahmen unserer Arbeitsgruppe haben wir es uns daher zur Aufgabe gemacht, die derzeit absehbaren Trends, Entwicklungen, Möglichkeiten und Risiken der Digitalisierung auf die Realität zu projizieren, die wir in unserer Arbeitsumgebung und unseren (IT-) Systemen tatsächlich jeden Tag vorfinden. Daraus wollen wir ein erstes gemeinsames Bild davon entwickeln, was JETZT in Angriff genommen werden muss und kann, um für die künftigen Entwicklungen vorbereitet zu sein. Abseits von neuen Tools, Start-Ups und Innovation-Hubs sind es die notwendigen Vorarbeiten, Bereinigungen, Konsolidierungserfordernisse, etc. in unseren Systemarchitekturen, Datenbeständen und Prozessmodellen, auf die wir den Fokus legen wollen. So können wir uns als Branche auf eine Transformation einstellen, die wohl schneller kommen wird, als wir bis vor Kurzem noch dachten. Neben diesen Herausforderungen werden im Rahmen der Arbeitsgruppe zudem die rechtlichen Aspekte betrachtet.

In Workshops und Interviews werden wir unsere bisherigen Erfahrungen zusammenlegen und gemeinsam ein Stück Konkretisierung in ein bislang an vielen Stellen noch unklares Bild von der Zukunft zu bringen. Wird sind überzeugt, dass wir damit der Branche einen Leitfaden an die Hand geben können, um von der Diskussion in die Tat zu schreiten.

AG-Leitung: Erich Thewanger, KPMG & Michael Karl, DELTA


2. Agilität im Infrastrukturbau

Gleichschritt von strukturellem und kulturellem Wandel

Es gibt in Österreich einige Gruppen und Organisationen, die sich mit der Verbesserung der Kooperation in der Bauwirtschaft beschäftigen und bereits konkrete Ergebnisse vorweisen können. Es ist sehr viel Wissen darüber vorhanden, dass Kooperation mit mit bautechnischem und bauvertraglichem Know-how alleine nicht verbessert werden kann, sondern dass strukturelle und kulturelle Aspekte parallel entwickelt werden müssen. Der Begriff „Agilität“ wird dabei gemäß Begriffsdefinition in Wikipedia als „Merkmal des Managements einer Organisation, flexibel und darüber hin-aus proaktiv, antizipativ und initiativ zu agieren, um notwendige Veränderungen einzuführen“ definiert.

Ziel der Arbeitsgruppe: Ziel ist die Verbesserung der Kooperation bei Bauprojekten. Es geht somit um die Umsetzung der bereits erarbeiteten Grundlagen und dabei insbesondere die Umsetzung der Frage: „Wie kann bei Bauprojekten eine Verbesserung bei jenen Faktoren der Kooperation herbeigeführt werden, die als nicht zufriedenstellend erkannt wurden?“ Beim Forum Infrastruktur der IG Lebenszyklus Bau und des bmvit am 23.10.2018 wird über die Zwischenergebnisse der Arbeitsgruppe berichtet.

Vorgangsweise: Grundansatz ist das Ziel einer Vernetzung alle jener, die sich mit dem Thema Verbesserung der Kooperation beschäftigen, denn die Glaubwürdigkeit dieser Gruppen und Organisationen würde sehr darunter leiden, wenn sie selbst untereinander konkurrieren statt kooperieren. In Zusammenarbeit zwischen AG, AN, Ingenieurbüros und dem bmvit werden Erfahrungen mit der Anwendung von Maßnahmen und Werkzeuge bei konkreten Bauprojekten gesammelt, analysiert und bei laufenden Projekten eingesetzt. Ebenso kommen erfolgsversprechende Ansätze bei ausgewählten Pilotprojekten zum Einsatz.

AG-Leitung: Walter Purrer


3. Kollaboratives Zusammenwirken im Hochbau

Strukturelle und kulturelle Herausforderungen vor dem Hintergrund der Digitalisierung

Seit 2012 erarbeitet die IG Lebenszyklus Bau jene Grundlagen, die für erfolgreiche Bauprojekte in einer digitalen Wirtschaft maßgeblich sind: lebenszyklusorientierte Prozesse, eine ergebnisorientierte Organisation & eine partnerschaftliche Projektkultur.

Die Arbeitsgruppe beschäftigt sich 2018 mit den organisatorisch-strukturellen Voraussetzungen, um das Potenzial digitaler Möglichkeiten voll auszuschöpfen. Dabei handeln interdisziplinäre Teams als agile Netzwerke - weg von der Misstrauensorganisation hin zur Vertrauensorganisation mit klaren Verantwortlichkeiten.

AG-Leitung: Karl Friedl, M.O.O.CON & Wolfgang Kradischnig, DELTA


4. Rechtsrahmen für digitale Bauprojekte

Durch die jüngsten technologischen Entwicklungen rücken virtualisierte Formen der Projektkooperation immer mehr ins Zentrum des Alltagsgeschäftes und bestimmen mittlerweile auch die Baubranche (z.B. durch die Etablierung von „Building Information Modeling“). Dabei ist das Potenzial im Bereich der Digitalisierung bei weitem noch nicht ausgeschöpft und ist ein gänzlicher (auch branchenübergreifender) Paradigmenwechsel bereits absehbar. So gilt z.B. im Kontext der Digitalisierung die Blockchain-Technologie als nächster großer und bedeutungsschwerer Entwicklungsschritt. 

Digitale Projektlösungen schaffen allerdings nicht nur eine hohe Nachvollziehbarkeit, Sicherheit und Transparenz, sondern werfen auch eine Menge rechtlicher Fragen und Problemstellungen auf. Schwerpunkte sind dabei typischerweise folgende Themenfelder:

  • Vertragliche Einbettung/Regelung von digitalen Lösungen (zB klare Abgrenzung der einzelnen Schadens- und Risikosphären; Schnittstellenminimierung bzw. Bündelung der Aufgaben; Kostentragung [Wartung, Implementierung etc])
  • Umgang mit Lizenzen und Nutzungsvereinbarungen (insbesondere Erteilung/Regelung von Nutzungsrechten und Nutzungsbewilligungen);
  • Umgang mit dem Recht der Datenverarbeitung (Datenschutzgesetz und EU Datenschutz Grundverordnung [DSGVO]); uvm.

Ziel der Arbeitsgruppe ist es, die rechtlichen Voraussetzungen und Rahmenbedingungen abzustecken bzw. zu klären, um das technische und wirtschaftliche Potenzial digitaler Möglichkeiten bei größtmöglicher Rechtssicherheit voll ausschöpfen zu können.

AG-Leitung: Stephan Heid & Berthold Hofbauer, Heid Schiefer Rechtsanwälte


5. Lebenszyklusorientierte Energiesysteme

...für den Gebäudeverbund mit lokalen, erneuerbaren Energieträger

Das Denken über einzelne lebenszyklisch-optimierte Gebäude ist für zukünftige Städte nicht mehr ausreichend. Es wird mittel- bis langfristig umfassendere Strategien auf Stadt-, Gemeinde- und Siedlungsebenen hinsichtlich der Energieversorgung mit erneuerbaren Energien geben müssen. Die Arbeitsgruppe entwickelt eine Methode, die Entscheidungsträger befähigt, sich für eine mittel- und langfristig lebenszyklusoptimierte Energieversorgung für den Gebäudeverbund zu entscheiden. Die Methode berücksichtigt sowohl die technische, die ökonomische und die ökologische Machbarkeit (ggf. wenn relevant auch die soziale).

Vorschlag Abgrenzung: Als Energieversorgung im Gebäudeverbund wird eine gebäudeübergreifende Wärmeversorgung verstanden, die zu einem hohen Anteil lokale, erneuerbare Energieressourcen einsetzt. Lokal erzeugter Strom sowie Strom aus dem Netz wird dann eingesetzt, wenn Produktionsspitzen vorliegen und der Strompreis wirtschaftlich attraktiv ist. Das Konzept der Energieversorgung geht auf diese Flexibilität ein (Demand- Response). Eine intelligente Regelung und Steuerung der Elemente des Energiesystems ist entscheidend für eine wirtschaftlichen Betrieb.

AG-Leitung: Margot Grim, e7

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Arbeitsweise IG Lebenszyklus Bau

Die IG Lebenszyklus Bau definiert Lebenszyklus-Modelle unter Einbeziehung aller beteiligten Fachbereiche - von der Projektinitiierung bis zur Bewirtschaftung. Diese Bereiche sind in interdisziplinären Arbeitsgruppen organisiert, in welchen die Mitglieder die Interessen und Schwerpunkte der verschiedenen Verantwortungsbereiche zusammenführen. Auf diese Weise werden auch die Publikationen der IG Lebenszyklus Bau in einem kontinuierlichen gemeinsamen Arbeitsprozess weiterentwickelt.

grafik vernetzung

Die IG Lebenszyklus Bau vernetzt alle beteiligten Bereiche der Bau- und Immobilienwirtschaft
und richtet sich an öffentliche und private Bauherren.